[Anleitung] Nähen // Mug Rug aus Textilgarn nähen (mit gratis Farbmuster zum nachgestalten)

Wie im Artikel  TassenTeppich aus DIY-T-ShirtGarn nähen angekündigt, folgt heut nun die Anleitung zum Tassenteppich

Zugegeben. Ich  hatte schon ein wenig Respekt vor`m schreiben dieses Artikels. Meine Liste, mit all den wichtigen Tipps & Tricks wurde immer länger... und die Befürchtung, die Übersichtlichkeit und die Verständlichkeit würden darunter leiden, immer größer.

Es ist ein langer Artikel geworden - Vollgestopft mit vielen Infos für NähFrischlinge und -Fortgeschrittene.


TassenTeppiche sehen zwar so unscheinbar aus, für ein schönes Ergebnis solltest du dennoch den ein oder anderen Punkt beachten.



Material:

Werkzeug:


Anhand dieser reichlich bebilderten Diashow, gelingt dir die Umsetzung im Handumdrehen.




[eins] Gerade bei mehrfarbigen, großen Projekten ist es ratsam sich das FarbMuster einmal grob aufzuzeichnen. Nimm dazu am besten gleich die Farben deines Textilgarns. 


[zwei] links: geflochtene -nicht zusammen genäht-
rechts: geflochten -zusammen genäht-

Bei den schon gezeigten Werken kam oft Verwirrung auf, wenn es um die Sätze Textilgarn geflochten ... , geflochtene Stränge zusammen nähen ...ging. Einige Leser konnten es sich nicht so recht vorstellen. Kann man verstehen, wenn man sich das obere Bild etwas genauer betrachten. Die Fechtoptik geht durch das vernähen etwas verloren und das Muster verschmilzt regelrecht ineinander.




--> ein Beispiel für einen Farbverlauf
Du brauchst:
33 Fäden Textilgarn, in den Farben schwarz, grün, weiß, blau
(10 x schwarz, 10 x grün, 8 x weiß, 5 x blau)

verflechte die Farben wie folgt:
(siehe Bild, von oben nach unten)
1. Strang: 3 x schwarz
2. Strang: 3 x grün
3. Strang: 2 x grün, 1 x weiß
4. Stang: 2 x weiß, 1 x schwarz
5. Strang: 1 x weiß, 1 x schwarz, 1 x blau
6. Strang: 3 x blau
7. Strang: 1 x weiß, 1 x schwarz, 1 x blau
8. Strang: 2 x weiß, 1 x schwarz
9. Strang: 2 x grün, 1 x weiß
10. Strang: 3 x grün
11. Strang: 3 x schwarz

... und dann weiter arbeiten, wie in der VideoAnleitung oben zu sehen

Ich arbeite ja ausschließlich mit recycelter Kleidung und stelle auch mein Textilgarn selbst her. Darum kann es sein, dass du evtl. 1-2 Stränge mehr oder weniger mit einarbeiten musst. Bei DIY-Textilgarn kommt es immer darauf an, welche Kleidung man recycelt und wie breit man sein Garn schneidet. Das hat Auswirkung auf die Dicke des Garns und somit auch auf die Dicke der einzelnen Stränge.



[drei] Willst du Topflappen und Co. nach dieser Anleitung gestalten, brauchst du natürlich eine andere Garnlänge. Die Länge des Garns bestimmt man am einfachsten an der Länge der Schablone. 

Miss die Länge deiner Schablone und mach dein Garn 2 ¼ (zwei-einviertel) mal länger, als deine Schablone lang ist.


Beispiel:
Länge der Topflappenschablone: 20 cm
Länge des Garns: (20 + 20 + 5 cm) 45 cm

Aber auch hier gilt wieder: Ich habe mit DIY-Textilgarn gearbeitet und verschiedenste Kleidungen recycelt. Mal mit mehr, mal mit weniger StretchAnteil. Im Zweifelfall nimm die Länge einfach 2 ½ (zwei-einhalb) mal.

Bei meinen ganzen Projekten waren 2 ¼ (zwei-einviertel) ausreichend.




[vier] Entweder flechtest du frei nach Schn....ze oder du flechtest gewissenhaft. Wenn du dich für die ordentliche Variante entscheidest, dann hat dein Werk zum Schluss zwei Optiken (eine Vorder- und Rückseite, wenn man so will)

Durch das Herstellen von DIY-Textilgarn rollen sich die Seitenränder ineinander. Das berücksichtige ich beim Zusammenflechten. Ich achte darauf, das die Seitenränder beim verflechten immer auf einer Seite liegen (entweder oben oder unten) und so entstehen auch zwei verschiedene Optiken:


Links sieht es so aus, als hätte ich jeweils 2 Fäden zum verflechten genommen und rechts dann das normale Flechtsmuster.

Wenn du auch darauf achtest, wie die Stränge vernäht werden, dann erhalten deine Werke eine "Wendeoptik". 
Nach dem Motto: heute mal einfach geflochtenes Muster, morgen "doppelt" geflochtenes Muster :o)




[fünf] Um die Elastizität des fertigen Werkes zu erhöhen (besonders wichtig bei Dingen die täglich stark beansprucht werden z.B. Stuhlteppich), achte ich beim vernähen darauf, dass all meine Stänge die gleiche Laufrichtung haben. 
Achtest du  darauf, nimmt einen die Nähmaschine außerdem sehr viel Arbeit ab und das Nähen geht wie von Zauberhand! Der Transporter muss nicht gegen das Flechtmuster arbeiten, sondern das Muster läuft mit. Das Endergebnis ist dadurch auch viel hübscher.

Im Prinzip kann man es ganz einfach erklären: Den ersten Knoten, den man vor dem Verflechten in den Strang gemacht hat, der ist auch der Startpunkt beim vernähen.    

falsch herum!

richtig herum!

Wenn du dies gleich beim Verflechten beachtet ... die Stränge mit dem "StartKnoten"-nach-oben, vernünftig hinlegt und nicht auf einen Haufen pfeffert,wie ich *hust* kann man sich einiges an Arbeit sparen.

Ansonsten muss man erst noch rausklamüsern, in welche Richtung das Flechtmuster verläuft.



[sechs] Durch das Vernähen kann es manchmal vorkommen, dass ein Strang etwas breiter wird. Oder sich zusammenzieht. Deshalb nähe ich immer in ZweierGrüppchen und von außen nach innen zusammen.
Habe ich alles (bis auf die Mitte) so weit zusammen genäht und meine Schablone zeigt mir, dass das Endergebnis breiter ausfallen wird, so kann ich immer noch in der Mitte ein oder zwei Stränge rausnehmen (ohne dabei das Muster zu zerstören).
Oder eben dazu tun.

Hat man nur ein ganz einfaches oder kein Muster, dann kann man den Tipp überlesen :o)



[sieben] Die im Video erwähnte Stichart sieht so aus:

Bei den ersten Nähprojekten habe ich viel mit den verschiedenen Sticharten experimentiert. Am Ende bin ich am Elastischen Zickzack hängen geblieben. Er bietet viele Vorteile:
(a) macht das Werk elastisch
(b) machst das Werk durch seine mehreren Einstiche (im Vergleich zum normalem Zickzack) robuster
(c) benutzt man farblich passendes Nähgarn, so ist die Naht fast unsichtbar

Für den Fall, dass du keinen elastischen ZickZackstich an der Maschine hat: man kann auch den normalen ZickZack benutzen. Stell evtl. die Stichlänge etwas schmaler. Und stell dich darauf ein, dass der ZickZack (gerade bei Farbverläufen) teilweise richtig ins Auge sticht und auch vom Muster ablenken kann. Aber vielleicht gefällt dir dies sogar.



[acht] Vernähst du Garnreste, kann es vorkommen, dass man lange geflochtene Stränge im GarnAbfall findet. Nutze dies doch gleich aus und mach Schlüsselanhänger daraus.


geflochtene Stränge: werden zu Schlüsselanhängern
einzelne GarnStücke: (wie im Video zu sehen) werden zu Aufhängern 
Knoten: Könnte man an Applikationen mit annähen. Sehen (mit einem dicken Knoten) aus wie kleine Bonbons. (habe ich aber noch nicht umgesetzt)



Der TassenTeppich dient nicht nur als Untersetzer für Tassen mit heißem Inhalt ...


sondern auch für eiskalte Flaschen, Gläser und Co. 
Durch Zimmertemperatur fangen stark gekühlte Flaschen irgendwann an zu tropfen. Der Teppich saugt diese Feuchtigkeit auf.

Außer: ... man ist so schlau  wie ich *hust* und stellt die Bierflasche für eine halbe Stunde in das Gefrierfach. (Kühlschrank war für den Effekt nicht kalt genug) .. dann kann es passieren, dass die Flasche leicht am Teppich anfriert :o)

Teppich hat es aber problemlos überlebt. 
Test bestanden!



Im Zuge der Anleitung habe ich gleich ein paar Teppiche zum verschenken genäht:



Wandelst du die Anleitung ein klein wenig ab, kannst du auch folgendes aus Textilgarn nähen:

Stuhlteppich
Topflappen in verschiedenen Designs: Variante eins // zwei // drei
Bettvorleger

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