[Backstage] The Story of my Life - vom Bauernhofkind zum Veganer // Vegan for Fit Gipfelstürmer (Teil 2/85)

Ich, Opa und ein Ziegenbaby

Es gibt viele Gründe, warum Menschen  sich für vegane Ernährung/Lebensweise entscheiden: Lebensmittelskandale, Tierleid, Umweltschutz, Gesundheitswahn, Fitnesswahn, globale Gerechtigkeit...

Mein Weg zur veganen Ernährung ist nicht alltäglich und passt auch nicht in die Standart-Schubladen, die man automatisch aufzieht, wenn man nach dem Grund gefragt wird, warum man eigentlich auf tierische Produkte "verzichtet".


das Bauernhofkind einer Selbstversorger-Familie

Ich schätze mich überglücklich, dass ich die als Kind sehr viel Zeit bei meinen Großeltern verbringen durfte. Meine Großeltern waren Selbstversorger. Arbeiteten in der Landwirtschaft, hatten 7 Kinder, Geld reichte nur für das Nötigste, zu Essen war jedoch immer reichlich vorhanden. 
So viel wie möglich wurde selbst angebaut oder gezüchtet.

Schlachtfest - ende des Jahres wurden 1-2 Schweine geschlachtet, um den Wurst-/Fleischvorrat für das nächste Jahr wieder zu füllen 

Tiere, Pflanzen, die Natur wurden mit größtem Respekt behandelt. 
Bist du mit ihnen nicht sorgsam umgegangen, hattest du nichts zu Essen. 
Dabei ist es keineswegs so, dass Tiere nur als Essen angesehen wurden. Ganz im Gegenteil! 

Mein Opa hat immer gesagt: 
>>wenn du es später essen willst, darfst du ihm keine Namen geben. Das macht das Schlachten umso schwerer.<<

Schwierig wurde es, wenn man kleine tierische Sorgenkinder hatte, die spezielle Pflege brauchten. Du hast es betüttelt, mit der Flasche großgezogen, dir Sorgen gemacht ob es überlegt, dein Herz ist aufgegangen als du es hast wachsen sehen… 
So kam es auch vor, dass manche Tiere einen Sonderstatus bekamen und ein Leben auf Lebenszeit garantiert wurde. 
Ich kann mich da an eine ganz spezielle Henne erinnern. Von Hand großgezogen, unzählige Preise beim Hähnekrähen abgeräumt, die im stolzen Alter von 21 Jahren friedlich einschlief.

früh übt sich wer Veganer werden will - Klein MissZuckerguss bei der Apfelernte 

Durch meine Großeltern habe ich nicht nur den gesunden Umgang von Leben & Tot/ Nutztier & Haustier gelernt, sondern auch den respektvollen Umgang mit Mutter Natur und deren Ressourcen.

Ich bin dankbar, dass ich diese Werte vermittelt bekommen hab. Je älter ich werde und je schneller der Zug des Alltags davonrast, merke ich wie wichtig diese Erdung ist.


Wahrer Reichtum lässt sich nicht in Geldscheinen messen, sondern an den Menschen, die dich auf deinen Lebensweg begleiten. 

die Diätasssistentin, die Küchenexperimente liebt 


Bis zu meiner Diätassistenz-Ausbildung hatte ich keinerlei Interesse an Kochen … was auch an der schweren Thüringer Kost lag, die meine Mutter, in meiner Kindheit und Jugend kochte. Weder Klöße, Kuchen noch Rostwurst ließen mir jemals das Wasser in den Mund zusammenlaufen.

Während meiner Ausbildung lernte ich erst den Umgang mit Lebensmitteln und welche Auswirkung eine Ernährung auf den Körper haben kann.

Hätte ich damals diesen Lebensweg nicht eingeschlagen, hätte ich wahrscheinlich nie die Freude am Experimentieren mit Obst, Gemüse, Kräutern, Gewürze… , DIY Lebensmittel, Vorratshaltung, Foodsave, veganen Ernährung entwickelt.
Ich denke schon, dass ich auch ohne den Background der Ernährungslehre/Diätetik/Krankheitslehre/Hygiene/Ernährungspsychologie/Küchen-Managment zum Vegan-Esser geworden wäre … Nur hätte ich mich blind auf industriell hergestellte Veganprodukte verlassen, Inhaltsstoffe nicht hinterfragt und demzufolge viel Müll in meinen Körper hineingestopft.


meine Schubladen


Wenn mich jemand fragt, warum ich mich vegan ernähre, ziehe ich folgende Schubladen auf und erzähle ein wenig über meinen Background:

Fleisch/ Fisch/ Meeresfrüchte: 
… blieben immer zwischen meinen eng stehenden Zähnen hängen. Die Folge war ein unangenehmer Druck in der Kauleiste, gefolgt von minutenlanges raus-puhlen mit Zahnstocker und Zahnseide. Leider endete die Rauspuhl-Aktion immer mit blutendem Zahnfleisch und Schmerzen.


Milch und Milchprodukte: 
… Milchprotein mag meine Haut überhaupt nicht. Mit aller Härte wehrte sie sich dagegen mit stark juckendem Rücken und Pickelbildung im schmerzhaften XXL Format.


Eier: 
... wenn du Eier aus eigener Haltung konsumierst, bei der Hennen mit einem Hahn zusammenleben dürfen, kommst du um das Thema Hahnentritt im Ei nicht drumherum. So lernst du schnell, dass Eier auch nur flüssige Hühner sind. Entweder ist es dir beim Essen egal, oder du ekelst dich davor.


Bienenhonig:
... habe ich früher nur in der Hausapotheke z.B. bei starker Erkältung genutzt. Seit einigen Jahren nutze ich in der Erkältungszeit meinen selbstgemachten Löwenzahnhonig.


Lebensmittelproduktion:

  • ... bei den Schlachtfesten, auf dem Bauernhof meiner Großeltern, war ich live dabei, wie unzählig behaarte Männerarme in der Wurst rumrührten. Für jemanden wie mich, der immer das Haar in der Suppe findet, ist allein der Anblick schon absolut widerlich! Zudem musste die hausgeschlachtete Wurst lange haltbar sein - war demzufolge auch fettiger. ... ich mochte als Kind schon keine fettigen Wurstwaren. Ich kann nicht sagen wie z.B. Blutwurst, rohes Hackfleisch oder Leberwurst schmeckt. Habe ich in 30 Jahren nicht einmal gegessen. (und ich lebe immer noch)
  • ... auch meine Eltern hielten sich ein paar Kaninchen, Hühner, Enten, Gänse für den Eigenbedarf. Und auch hier war ich wieder mittendrin statt nur dabei. Schon als Kind habe Tiere beim Töten festgehalten, sie später gerupft und mit ausgenommen. Ich weiß wie es gemacht wird und schaue deshalb sehr kritisch auf die getane Arbeit. ... das ist dann wie das Haar in der Suppe. Wenn ich noch Stoppeln an der gebratenen Ente finde, vergeht mir das Essen. 
  • ... der Appetit auf industriell hergestellte Wurst/Fleisch vergeht dir auch sehr schnell, wenn du Einblick in die Lebensmittelbranche hast und weist wie es hergestellt und verarbeitet wird.


Gesundheit:

  • ... aus beruflichen Gründen weiß ich, was eine unbedachte Ernährung auslösen kann und wie schwer es ist, ein Leben lang streng nach Plan essen zu müssen.
  • ... ohne tierische Produkte fühle ich mich leistungsfähiger, fitter und wacher 

Grünfuttersuchti:
... ich liebe es in knackiges Obst/Gemüse rein zubeißen. Es macht mich glücklich. Spätestens nach 3 Tagen ohne etwas frisches Grün aus meinem Teller werde ich nörgelig, frustriert und habe keinen Appetit mehr. Ich fühl mich wie ein Fisch auf dem Festland.


Die allerwichtigste Schublade ist und bleibt aber: 
Ich habe kein Verlangen nach tierischen Produkten und vermisse es in meiner veganen Kreativküche überhaupt nicht!


Dieser Artikel ist Teil meiner vegan for fit Challenge und basiert auf dem Buch Gipfelstürmer - die 7 Tage Detox Diät. 
(Ich bin leidenschaftliche Selbermacherin & staatlich geprüfte Diätassistentin, ernähre mich schon seit Jahren vegan, Wildkräuter auf meinem Speiseplan sind Alltag, Grundnahrungsmittel stell ich lieber selbst her, kochen ist für mich kreatives Joga, rühren tue ich am liebsten in XXL Töpfen, achtloses Wegschmeißen von Lebensmittel ist für mich eine Todsünde, mein Alltagsessen kommt aus der Tiefkühltruhe oder Vorratskammer ... so ist es nicht verwunderlich, dass ich diese Challenge mit folgenden Themen ergänze: Foodsave, DIY Lebensmittel, DIY Vorratshaltung,  kochen mit Wildkräutern, zeit-und geldsparend kochen)

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