[Backstage] micro Influencer und die Kommunikation mit Followern - die Realität

Als ich vor 6 Jahren mit dem bloggen anfing, bestanden meine Anleitungen und Rezepte nicht aus Diashows. Ich habe normal gefilmt, nebenbei erzählt und jeden Schritt ausführlich erklärt.

Doch mit der Zeit war ich es leid, Dinge per Kommentar, wieder und immer wieder zu erklären, die ich im Video schon lang und breit erklärt hatte.
Ich schwenkte um auf beschriftete Diashows … weil ich dachte: >>Wenn man es liest, prägt es sich besser ins Gedächtnis ein. <<

Ergebnis: Ich bekam Kommentare wie z.B.: "zu dumm zum sprechen"


Hinter solchen Kommentaren stell ich mir immer einen pubertierenden Teenager vor. Jemand, dessen Hormone verrückt spielen … oder der keine vernünftige Erziehung genoss … oder kein intaktes Elternhaus besitzt.
Ich kontere dann auch schon mal mit: "zu faul zum lesen". Weil ... woher will derjenige hinter dem Kommentar wissen ob ich dumm bin. Hat er mich real jemals kennengelernt??? Und woher nimmt er an, dass ich zu dumm zum sprechen sei? Es könnte doch genauso gut sein, dass ich Stumm oder Taubstumm bin. Also sind solche und ähnlichen Kommentaren für mich nichtig.

Tja, den pubertierenden Teenager gibt es in Wirklichkeit nicht. Auf der anderen Seite des Kommentars sitzt (laut meiner Blog-Statistik) zu 68% eine Frau / 32 % ein Mann, in der Altersgruppe 24-54.

Nun stell ich mir eine Frau/Mann in ihren/seinen besten Jahren vor, die/der "zu dumm zum sprechen" schreibt und ich fange an mein Weltbild zu hinterfragen.

Gut. Aus Erfahrung weiß ich nun: einige Mitmenschen haben´s nicht so mit dem Zuhören. Mit dem Lesen scheint es jedoch auch nicht ganz so zu klappen … oder mit dem Verstehen des Gelesenen ... oder können Überschriften nicht gedeutet werden ...

Das zeigt sich zumindest in manchen Facebook-Gruppen.

Gestern habe ich auf einigen FB-Gruppen meinen Artikel [Food] Vorratshaltung - Pfannenbrot backen // Vegan for Fit Gipfelstürmer (Teil 21/85) geteilt. Habe sogar noch einmal Anmerkungen hinzugefügt, die Überschrift vereinfacht. Mit mäßigem Erfolgt.

folgende Kommentare sind in den Gruppen eingetrudelt:
(die Zusammenfassung)
1. "kannst du das Rezept posten"
2. "ich finde kein Rezept"
3. "da ist kein Rezept - alles nur Werbung für den Blog"
4. "kannst du mir das Rezept per PN weitergeben"
5. "wie heißt das Buch"
6. "könntest du bitte die Mengen der Zutaten angeben"
7. "kannst du das Rezept hier rein schreiben"
8. "... merkwürdig, dass man so was in einer Gruppe postet, in der es unter anderem um Rezepte geht" (Anmerkung meinerseits: hier versteht jemand nicht was unter anderem bedeutet)
9. "das genaue Rezept verrätst du nicht?"
10. "kannst du das Rezept hier reinschreiben"
11. "schade habe das Rezept nicht gefunden"
12. "kannst du das Rezept vielleicht posten"
13. "entweder bin ich blöd oder ich kann nicht lesen. Wo ist das Rezept ..."
14. "Gibt es das Rezept irgendwo?"
15. "Ok das ist nur Werbung oder?"
16. "bitte poste deine Beiträge nur mit Rezept ... " (Anmerkung meinerseits: in einer Gruppe in der es um Tipps geht)


Ok ... Machen wir ein Spiel draus. Welche Nr. ist dein heimlicher Favorit??? ... Ich erwähle Nr. 3 (übrigens der Standartvorwurf wenn man NUR seine Erfahungen oder Tipps teilt und keine gratis Rezepte und Anleitungen), dicht gefolgt von Nr. 4 - ganz nach dem Motto: >>ok, du kannst es nicht in der Gruppe posten, dann schick es mir doch per PN<<. Aber Nr. 16 ist auch nicht schlecht - in dieser Gruppe, in der es um Tipps geht, sind nur Beiträge mit Rezepten gern gesehen ... Spaß bei Seite!

Nun frage ich mich warum so etwas auftritt. Wird das Gelesene nicht verstanden? / Schreibe ich zu undeutlich? /Soll ich aufhören zu schreiben, so wie ich spreche? / Wird überhaupt gelesen? /Ist es das kleine Smartphone-Display, dass das Lesen von Blogartikeln so "schwer" macht? / Oder ist das Display verschmutzt? ... 
Konsumiert man Blogartikel wie Fastfood - nebenbei, während des Laufens, schnell, schnell. Laut Statistik scheint dies der Fall zu sein. Fast alle eingehenden Facebook-Klicks kommen vom Smartphone.

Ich muss sagen von den 6000 Menschen, die gestern den besagten Artikel angeklickt haben, hat die Masse ihn verstanden. 25-ich-checks-nicht-Kommentare trudelten ein und 3-4 haben es gecheckt und Zeit in einen Kommentar investierten.

Ja, das ist auch die Blogger-Realität. Kommentare sind die letzten Einhörner! Will heißen - selten und kurz vor´m aussterben.

Wenn sich mal Kommentare verirren, sind es öfters Nörgeleien, blöde Sprüche, Klugscheißereien, schon mal festgestellte Feststellungen, Unterstellungen, ... und seltener liebe Worte, konstruktive Kritik oder Fragen.

Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Beim Facebook-Post, in dem ich von meiner Shopping-Erfahrung, mit dem selbst genähten Obst- und Gemüsebeuteln berichtet hatte, sind unzählige wertvolle Tipps/Tricks/Erfahrungen von anderen Beuteleinkäufern zusammen gekommen. Das war wirklich klasse und hat auch riesigen Spaß gemacht zu lesen, liken, kommentieren, teilen.

Hier kannst du noch mal nachlesen:


Das soll jetzt keine Beschwere über Kommentarfaulheit sein! Bin selbst so eine. Drück dafür gern den Like-Button.


Eigentlich ist das nicht-kommentieren praktisch - der Influencer muss seine Zeit nicht ins beantworten von Kommentaren investieren. Manchmal fühlt man sich zwar wie Tom Hanks auf seiner einsamen Insel ... aber in diesem Fall kann man sich einen Wilson auf den Schreibtisch stellen und zutexten bis die Nähte platzen 😆
Haben sich erst einmal 2-3 Kommentare unter den Post verirrt, folgen Weitere in Windeseile. Da setzt der Herdentrieb der Einhörner ein ...

Von da her - immer entspannt sehen. Kommentare sind nicht das Maß aller Dinge

Noch einmal - ich möchte niemanden bloß stellen ... ich will nur einen Einblick geben, warum man als Micro-Influencer manchmal an Menschen zweifelt, die am anderen Ende der Kommentare sitzen und das Kommunikation 2.0 ihre Tücken hat. 



Wenn du selbst einmal nachlesen willst ... et voila:


***


***


***


***

***


***






0 Kommentare